Der Weltuntergang – 1

In dieser Blogreihe möchte ich euch zeigen, wie überzeugend Verschwörungstheorien funktionieren. Jedenfalls habe ich selbst einige Zeit an so manches geglaubt, das einfach überzeugend und schlüssig war.

Dabei könnte man sich ein beliebiges Thema denken, welches das Potential hat, möglichst viele Menschen so sehr zu interessieren, dass sie bereit sind, sich damit auseinander zu setzen.

Der Weltuntergang ist ein Evergreen und schon seit tausenden von Jahren von den verschiedensten Sehern vorausgesagt worden.

Bemerkenswert ist ein Seher der Neuzeit, der Mühlhiasl mit dem bürgerlichen Namen Matthäus Lang geboren im Jahr 1753 in der kleinen Gemeinde Apoig (heute zur Gemeinde Hunderdorf bei Straubing gehörend) als Sohn eines Müllers. Dass es ihn gab, ist wahrscheinlich aber nicht belegt. Jedenfalls sind seine überlieferten Prophezeiungen beachtlich.

Den Ersten Weltkrieg hat der Seher vom Bayerischen Wald auf den Tag genau vorhergesagt. Die Prophezeiung lautete: „An dem Tag, an dem zum ersten Mal der eiserne Wolf auf dem eisernen Weg durch den Vorwald bellen wird, an dem Tag wird der große Weltkrieg anheben.“ Was geschah? Am 1. August 1914 wurde die Eisenbahn von Kaltenegg nach Deggendorf eröffnet, die mitten durch den Vorwald führt. Und schon am 2. August fuhren die Einberufenen jener Gegend mit der neuen Eisenbahn in die Kasernen zur Mobilmachung.

Fast auf den Tag stimmend ist eine Voraussagung des Mühlhiasl für den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Sie betrifft einen Brückenbau. Er erklärte: „Wenns in Straubing über die Donau die große Brücke bauen, so wirds fertig, aber nimmer ganz, dann gehts los. Die Donaubrücke in Straubing war 1939 bis auf die Betondecke fertig, als im September der zweite Weltkrieg ausbrach. Kein Wunder, daß der Hiasl zu seiner Zeit herzhaft ausgelacht und als „spinnad“ erklärt wurde. Heut lacht keiner mehr darüber.

Nachdem er also so treffsicher bei den letzen Kriegen war, ist es spannend was er zu dem nächsten Krieg prophezeite.

Das große Bänkeabräumen – der 3. Weltkrieg
In Bezug auf den 3. Weltkrieg sagte der Mühlhiasl erschreckende Szenarien vorher. Er bezeichnete diese Zeit als das große Bänkeabräumen. Der Waldprophet weissagte, dass der letzte Krieg von Osten kommt und ihm Westen endet. Es soll ein kurzer Weltkrieg sein, aber mit so viel Blutvergießen, dass es kein Mensch glauben wolle. Zum Zeitpunkt des Kriegsbeginns äußerte sich der Mühlhiasl sagte er: „Eure Kinder werden es nicht erleben, aber eure Kindskinder bestimmt“. Als Vorzeichen der großen Katastrophe nannte der Seher vom Bayerischen Wald einen Strassenbau von Straubing bis Pilmersberg (Pilgramsberg). die Straße Straubing—Stallwang—Cham wurde gebaut und sie ist es, von der der Seher sagte: „Auf der Straß kommen sie einmal heraus, die Rotjankerl.“

Laut der Weissagungen vernichtet ein Feuer vom Himmel alles auf der Erde. Vorher gibt es ein Himmelzeichen: „Ein gar strenger Herr wird kommen und den armen Leuten die Haut abziehen“. Der 3. Weltkrieg bricht laut Mühlhiasl aus, wenn die Jahreszeiten Sommer und Winter kaum mehr zu unterscheiden sind und wenn niemand mehr die anderen Menschen richtig verstehen kann.

Zum Weltuntergang

Der Weissager verkündete: „Wenn d’ Leut in der Luft fliegen können, wenn die meisten Leut mit zweiradeligen Karren fahren – dann steht’s nimmer lang an.“ Es existieren überdies Voraussagen zur Besiedelung: „In der Stadt werden fünf- und sechsstöckige Häuser baut, Häuser werden ‘baut wie ‘d Schlösser.“ Betrachtet man die heutige Baukunst, könnte der Müller von Apoig mit seinen Weissagungen richtig liegen.

Der Mühlhiasl erzählte von Rotjankerl, die er auf neuen Straßen hereinbrechen sah. Es soll soviel Feuer und Eisen geben wie noch nie zuvor. „Wer’s übersteht, muss einen eisernen Kopf haben.“ Die Kriegsdauer in Europa wird laut der Weissagung kurz sein. Wenn die Leute in schwerster Not Gott anflehen, nützt es nichts mehr. „Der Erdball schlingert durchs All.“ Die wenigen Überlebenden sollen sich den Aussagen zufolge mit „Gelobt sei Jesus Christus“ begrüßen. Auf der ganzen Erde haben die Wälder Löcher, die Sonne hört auf zu scheinen, Sommer und Winter kann keiner auseinanderhalten. Dann, so prophezeit der bayrische Seher, ist das Ende der Welt da.

Soviel für heute. Das hat jetzt noch nicht direkt etwas mit Verschwörungstheorien zu tun, es ist einfach die Prophezeiung eines Sehers.

Morgen kommt dann ein weiterer Seher dazu, der auch Aussagen über die Zukunft gemacht hatte. Da nehmen wir dann die Fährte auf.

Die Quellen für meinen heutigen Beitrag findet ihr hier:
Quelle 1
Quelle 2

Veröffentlicht von

Don Esperanza

I am learning every day and I am leaning every way but at the end of the day I come back home

12 Gedanken zu „Der Weltuntergang – 1“

  1. mit verschwörungstheoretikern&innen war ich einige jahre konkret im clinch.
    darüber hinaus ist es für mich kein thema. mit der geschichte hab ich mich eine zeit lang beschäftigt, zur bewußten reflektion sind blogs völlig ungeeignet, im digitalen netzwerk wird unendlicher unsinn verbreitet und ausgetauscht gegen noch mehr UNsinn – ouruborus-symbol der schlange, die sich selbst in den schwanz beißt” – ein schier unendlicher kreislauf.

    1. Ich hatte mich in meiner Jugend mit den Themen intensiv auseinander gesetzt. Was ich davon halte, werde ich dann morgen erzählen. Es ist ja das Erfolgsrezept dieser Märchen, bewußt unreflektiert mit kurzen eindrücklichen Indizien zu überzeugen und zu fangen.

  2. Spannend Reihe, lieber Wolfgang. Zu Mühlhiasl: Im Jahr 1974 erschien im esoterischen Ariston Verlag ein Buch von Jules Silver:„Prophezeiungen bis zur Schwelle des 3. Jahrtausends.” Ein Kapitel ist dem Mühlhiasl gwidmet. Jules Silver stützt sich auf mündliche Berichte des Pfarrers Johann Georg Mühlbauer, dessen Großvater den Mühlhiasl noch persönlich gekannt haben will. Die Quellenlage ist also höchst unsicher. Auf den beiden verlinkten Internetseiten findet sich überhaupt kein Nachweis. Vermutlich wurde in letzter Zeit vieles passend gemacht. Diese “Prophezeiungen” haben den Charakter klassischer Volkssagen. Wers glauben möchte, glaubt.

      1. hehe..ich habe ein Trauma erlitten, damals, als ich ein Teenie war und ich hörte, wie ein Pastor sagte, es gehe höchstens noch 15 Jahre, bis Jesus zurückkommt (Ende Welt) Und zudem bin ich mit der Idee aufgewachsen, dass der Antichrist bereits unter uns lebt. das war für mich alles sehr schlimm. Ich wollte doch auch alt werden auf dieser Erde und nicht mit dem Weltuntergsng gross werden
        Später habe ich angefangen – so quasi als Rache – jedes Jahr einen Antichrist zu ernennen. Im Moment ist es der, dessen Name für den steht, der die abgezogenen Häute verarbeitet. Er kommt von oben herab und hat den Auftrag Frieden zu stiften.

      2. Oh jeh, du arme, da hast du ja zum Glück ein “Skill” entwickelt, um das Trauma zu bändigen. Wenn der Gerber dann den Frieden bringt, ist es ja eine feine Sache.

      3. Nun, der Antichrist ist ja eben nicht der Christ und sein Friede ist deshalb auch nicht der Friede Christi. Er hat aber die Eigenschaft, Christus ähnlich zu sein und so die Menschheit zu täuschen.
        Nun….wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Jedenfalls leben wir in einer spannenden Zeit. Ich freue mich auf deine Beiträge 🙂

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