Have you seen the old man…

Wenn ich beruflich unterwegs bin, ist das meist in größeren Städten im europäischen Umfeld. Oft Hauptstädte, manchmal auch Provinz. Nachdem die Einladung zu Meeting/Tagung/Arbeitsgruppentreffen eingetrudelt ist, muss ich mir ein Hotel suchen. Dabei schaue ich, dass ich ein Hotel in Fußwegentfernung zur Veranstaltung finde. Das kann schon mal eine halbe Stunde Fußmarsch bedeuten.

Das wäre nicht nötig, denn die öffentlichen Verkehrsmittel in diesen Städten sind meist hervorragend ausgebaut. Doch mir ist es am liebsten, wenn ich etwas von der Stadt sehen kann; selbst wenn es fast, egal in welcher Stadt, irgendwie überall ähnlich ist. Außerdem zählt jeder Schritt für das tägliche Ziel.

In der U-Bahn kann man unbemerkt und in Ruhe Menschen beobachten, interessante und weniger interessante Gerüche aufnehmen. Jede U-Bahn hat so etwas wie ihren eigenen Geruchsfingerabdruck. Zu Fuß rennen die Menschen an einem vorbei oder schlendern dahin und trotzdem ist der Eindruck den man vom Leben in der Stadt bekommt ein besserer. Besonders spannend ist es in fremdsprachigen Ländern. Da kann man schnell die Bedeutung von bisher unbekannten Wörtern ableiten und dabei gelegentlich auch falsche Schlüsse ziehen. Der Klang der Sprache ist in den Straßen viel besser zu hören als im Bus oder der U-Bahn.

Zur Orientierung dient mir mein Schlaufon. Mit den neuesten Karten wird der Weg von A nach B in Windeseile ermittelt. Ich kann genau sehen, wo ich gerade bin.

Wer will aber schon mit dem Telefon vorm Gesicht durch die Stadt laufen? Erstens sieht man dadurch kaum was anderes und zweitens ist es uncool sich auf das Satnav zu verlassen. Viel besser ist es sich den Weg einzuprägen und dann los zu laufen. Hätten die Straßen keine Namen, wäre ich völlig verloren.

So habe ich es geschafft in drei Tagen drei verschiedene Strecken zu finden. Erst wenn die Straßennamen so überhaupt nicht mehr zur Erinnerung passen, hole ich das Phone aus der Tasche zum Synchronisieren. Aus einer halben wird dann schnell auch eine dreiviertel Stunde.

Dabei sehe ich immer wieder Szenen, “that make me stumble”. Schöne, genau so wie nicht so schöne.

Heute schenke ich euch ein sehr altes Lied, das leider immer noch sehr aktuell ist:

img_20181017_0835001571996049067314163.jpg

Veröffentlicht von

Don Esperanza

I am learning every day and I am leaning every way but at the end of the day I come back home

16 Gedanken zu „Have you seen the old man…“

  1. Dank deiner konstruktiven Kritik lieber Dieter, habe ich den Titel jetzt geändert und die Aussage zu den namenlosen Strassen an die richtige Stellen geschoben, damit künftige Leser nicht auch in die Falle tappen. Danke nochmals und einen schönen Abend wünsche ich dir noch Wolfgang

  2. Von der Überschrift her hätte ich etwas mehr Brüssel erwartet, eine mir ziemlich vertraute Stadt. Naja, manches trifft halt auf alle oder viele Städte zu. Natürlich auch der erste Satz über Strassennamen. Gilt ja wohl für alles und ist daher ziemlich nichtssagend. Hätten die Dinge keine Namen wären wir ziemlich verloren. Grüsse!

    1. Tut mir leid, dass ich dich da enttäuscht habe. Du hast natürlich Recht. Begonnen habe ich mit dem Titel Where the streets have no names. Daher auch der erste Satz. Ich wollte dann doch die Verbindung zu Ralph Mc Tell herstellen und habe den Titel geändert. Für mich ist es immer wieder faszinierend, dass es in allen Städten der wohlhabenden Welt Dinge gibt, die gleich sind. Das wollte ich auch ein bisschen zum Ausdruck bringen. Brüssel steht da nur als Beispiel, und weil ich das Bild auch dort machte.

  3. Wie haben sich die Leute bloß orientiert, als es noch keine Routenplaner und Smartphone-Karten-Apps und Navis gab? Noch vor 25 Jahren kam jeder ohne diese Hilfsmittel zurecht, heute greifen sogar routinierte Reisende wie du darauf zurück. Ich hätte in den 1990-ern, als alles losging, nie gedacht, dass sich Menschen derart mit Entmündigungssoftware umgeben würden.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.