Hundeleben – gegen die blaue Stunde

Houdini hätte es nicht besser vermocht als unser gar nicht so ungeschickter Hund. Er sieht es schon immer als Spiel an, wenn er merkt, dass wir mit ihm raus wollen. Zunächst lässt er sich jagen und dann einfangen, damit man ihm das Schlittenhundegeschirr anziehen kann. Seit kurzem hat er herausgefunden, wie er den Verschluss des Geschirrs mit einem geschickten Biss ratz fatz aufbekommt, ohne dieses zu zerstören. Das macht er aber nur, wenn ein bisschen Zeit vergeht nach dem Anschnallen und dem tatsächlichen Weggehen.

Hier sind nun ein paar Bilder von unserem gestrigen Abendspaziergang.

Seht ihr die feine Sichel des Babymondes?

Leider recht unscharf geworden, der Wanderfalke auf dem Ausguck.

Wir überqueren die Straße vom Bergland in die Waldregion.

Gras und Getreide sind schon sehr weit gediehen.

Das teilweise naturbelassene Land ist Heimat vieler Tiere …

… wie zum Beispiel Rehe, die unseren Hund nicht im geringsten zu interessieren scheinen.

Suchbild

Das Reh gibt Laut, bei genauem Hinhören.

Den Rehen geht es hier gut, sie haben gute Möglichkeiten sich in ihrer Umgebung aufzulösen. Selbst von den Jägern haben sie nichts zu befürchten, diese beschränken sich zur Zeit auf die Fuchsjagd, da diese putzigen Räuber wohl übermäßig über Feldhasen, Fasanen und Rebhühner herfallen und selbst keine natürlichen Feinde haben. Wolf und Bär wurden hier noch nicht gesichtet.

Ein schöner Tagesabschluss. Sie ist immer noch da, doch man sieht sie kaum, Frau Mond im jungen Kleid.

Crimsons Creative Challenge No. 190

Crispina always shows what pictures can release…

The planning of the great tennis tournament was in full swing. Wimbledon village officials had decided on the location of the centre court. They gave the coordinates to the contractors and orderd the place to be completely cordened off, so that no cows and men would walk on the holy ground.

Unfortunately they had mixed the coordinates round, so that by the day of the opening they had to cancel the whole event as nothing had been prepared…

Drabble – Dienstag bei Lyrix

Und wieder Dienstag, ups, ja schon Mittwoch, bei Lyrix zu den Worten Baum, Springbrunnen, Krug. Herzliches, hessisches Familienleben.

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, sagte Papa, als ich einen Krug mit Apfelsaft aus dem Keller geholt hatte. „Wenn du erst mal den guten Speierling probiert hast, mit einem feinen Kees mit Mussig, wirst du nichts mehr von deinem süßen Gesöffs wissen wollen.“ „Ach Papa, damit ich auch wie ein Affe auf den Baum steige und wie dolle die armen Äpfel von ihren Ästen prügeln muss, nur damit der ach so gute Eppelwoi wie aus dem Springbrunnen läuft? Trink du deinen essigsauren Wein und lass mir das was mir schmeckt.“ „Der Teufel soll dich holen, du missratener Satansbraten.“

Nicht einmal Fliegen ist schöner…

Kaum zu glauben, auf dem Nummernschild steht TÜV August 2022. Jetzt habe ich die Mühle schon seit fast zwei Jahren. Ich habe mir jetzt nochmal die Lobhudelei von damals durchgelesen und muss sagen, stimmt alles noch, aber viel besser. Ich habe jetzt eine begeisterte Mitfahrerin. Meine Frau fährt auch gerne Vespa, also nicht selbst, aber so ganz nach alter Väter Sitte, als Sozia.

In meiner Arbeit ist jetzt auch die postpandemische Zeit angebrochen. Was sich gerettet hat, zumindest vorerst, ist das mobile Arbeiten. Ich habe ein Notebook, mit dem ich von überall, wo ich WLAN habe, arbeiten kann. Die Bedingung seit Ende der Coronamaßnahmen ist das 2/3 Prinzip. Zwei Tage der Woche muss ich ins Büro nach Mainz fahren und drei Tage kann ich weiterhin von zu Hause aus arbeiten. Was ich mir ursprünglich gar nicht vorstellen konnte, geht jetzt ziemlich gut. Ich mache das dann so, dass ich Dienstags und Freitags ins Büro fahre. Das kombiniere ich dann mit dem Fitnessstudio, das fast auf dem Weg liegt. Da versuche ich dann auch zwei Mal die Woche hin zu gehen. Heute wäre es wieder soweit gewesen. Nach einem harten Tag, an dem sich eine Telekonferenz nach der anderen ergab, hatte ich plötzlich das innere Gefühl, dass ich viel lieber als ins Fitnessstudio zu gehen, etwas mit meiner Frau machen wollte. Gedacht, getan, fuhr ich am Fitnessstudio vorbei nach Hause. Ganz zur Freude meiner Frau, bei der der Vorschlag, die kleine Wespe zum Fliegen zu bringen, auf offene Ohren stieß. Kinder und Hund waren sich selbst gut, also ging es los, hoch den Berg durch Wind und Luft, frei wie die Vögel ins Nachbardorf, dort unangekündigt beim Imker vorbei um Honig zu kaufen. Dann ging es weiter durch das rheinhessische Hügelland und ein paar andere Dörfer weiter nach Gau-Algesheim.

Ein schönes Städtchen im Schatten von Ingelheim, aber mit einem ausgeprägten Hang zur Gastronomie.

Ungeschlagen ist die Eisdiele Napolitana

Voilà L’été

Wetterleuchten

Im Stahlregen gedeiht eine Blume
sie wird zertreten von einem Stiefel, aus dem Blut quillt

Im Orchester der Granatwerfer weint ein Baby
die Mutter sucht Trost und legt es an

Katjuscha fragt sich, wo ihr Liebster ist
wollt studieren und ist jetzt fort im fremden Land

Mensch, wo bist du Mensch, wenn der kalte Nebel sich über alle legt?

Ich bin hier, siehst du mich nicht?

Nein, meine Augen sind verklebt von Schweiß, Blut und Tränen

Was aber bleibt, wenn all das Blut und die ausgehobenen Gruben zu blindem Hass führen?

Es bleibt die Hoffnung, dass alles Eisen verrostet und Blumen über die Gräber wachsen und jemand die Augen mit Kamille wäscht, dass die Menschen sich wieder in die Augen schauen können

Tanzen

im Taumel, alleine, zu zweit immer wieder bis zum Rand
von diesem geht eine Macht aus, die in den Abyssos zieht
wie ein Spendentrichter

der Solotänzer kann sich auf Dauer nicht dem Sog entziehen
denn aus dem Abyssos singen die Sirenen

nur mit der Kraft des Tangos und der Vereinigung der Energiezentren kann der Trichter geschlossen werden

tanze mit mir in den Morgen
tanze mit mir durch die Nacht

vergessen sind dann alle Sorgen
wenn erst der Morgen erwacht

weiterführendes zum Thema: Buch Kohelet 4 f.f.

Crimsons Creative Challenge #189

This week’s contribution to Crispina’s challenge

the grass is always greener on the other side they say
but who can see through and who can take it for granted?
if you are prepared to let it grow here it might come out a nicer colour altogether
if not what’s the point of colours anyway

Drabble Dienstag bei Lyrix Klapperhorn

Heute haben’s Jo’s Wörter insich:

Carlo konnte es nicht fassen: Jahrelang übte er einen Lick nach dem anderen auf der Gitarre, um so ziemlich alle Stile der Rock-Geschichte parat zu haben. Nie hatte sich für ihn eine Gelegenheit ergeben, sein Können an den Mann oder noch viel besser an die Frau zu bringen. Trockenschwimmen nannte er das. Neulich beim Zahnarzt blätterte er in einer Zeitung und fand eine Annonce: Ambitionierte Band sucht erfahrenen Gitarristen für eine Combo mit Bass, Schlagzeug und Sängerin. Er wählte die 32168. „Rote Mühle. Wollen Sie einen Termin mit einer unserer hübschen Damen?“ „Fick dich, ich will doch nicht Stricken lernen.“

Reisetagebuch – Post pandemische Pfingsttage 15

Der Gleiter befindet sich im Startdeck und wird auf dem Protonenstrahl auf Startgeschwindigkeit gebracht, um dann die Reisenden in maximal möglicher Geschwindigkeit an ihre Ziele zu bringen.

Auf dieser Reise habe ich ca. 2800 km in zwei Fahrzeugen zurückgelegt, ganz zu schweigen von den zu Fuß zurück gelegten Kilometern, wobei diese nicht wirklich ins Gewicht fallen. Dabei hatten diese für die Erholung aber einen wesentlich höheren Stellenwert.

Die Reise stand ja unter dem Motto postpandemisch. Es war tatsächlich so, dass ich während der gesamten Reise nicht einmal eine Maske benötigte. Die Pandemiebegleiterscheinungen waren vollständig verflogen. Ob es die Pandemie auch war, kann ich nicht beurteilen. Gelesen habe ich, dass jetzt eine Pandemiewelle unbemerkt über uns hinweg geschwallt sei. An mir und meinen Nächsten schwappte sie jedenfalls vorbei. Lauterbach träumt schon wieder von einer Maskenpflicht von O bis O, das soll wohl Oktober bis Ostern heißen, wenn ich das richtig in Erfahrung gebracht habe. Ob das wirklich durchzusetzen ist, wage ich zu bezweifeln. Aber es ist ja schon klar, dass die Zulieferverträge mit Shenzhen eingehalten werden müssen.

Zu Lauterbach hab i mei Strumpf verlorn,
Ohn’ Strumpf da geh i nöd hoam,
Drum geh i erst wieder nach Lauterbach
Hol mir an Strumpf zu dem oan.

Refrain:
Schäppe Baa, schäppe Baa,
schäppe Baa
sind immer noch besser als kaa…

Die Alten hatten schon vorausgesehen, dass Lauterbach in Kurzwaren macht…

Jetzt bin ich aber zuweit abgeschweift von den Pfingstferien. Zum Abschluß präsentiere ich euch noch Don Esperanzas Sommerhit:

Reisetagebuch – Post pandemische Pfingsttage 14

Heute wird es ein kurzer Bericht. Es ist spät und morgen geht es wieder zurück, deshalb gibt es hauptsächlich ein paar Bilder von unserem ultimo giorno (Ein Verkäufer in einem Geschäft hat mich italienisch angesprochen, vermutlich wegen meinem Hut). Wir haben die Stabant Hütte besucht, die wir ursprünglich am Mittwoch besuchen wollten, dem Ruhetag. Sie liegt im nördlich benachbarten Virgental.

Auf dem Parkplatz sonnte sich ein merkwürdiges Insekt, hat Irgendjemand eine Ahnung, um was es sich da handeln könnte?

Das Ziel konnten wir schon vom Parkplatz aus sehen (der weiße Punkt im gelben Kringel).

Eine farbenfrohe Baumleiche als Kunst im Wald.

Sollen wir hier hochgehen? Der Pfad ist wesentlich steiler, als es auf dem Bild den Anschein hat,

na doch lieber hier

Und wieder eine Entscheidungsstelle. Hier, oder

hier?

Diesmal entscheiden wir uns für den Pfad.

Bergblumen säumen unseren Weg…

Nach einer Stunde sind wir da.

Gabi, die Wirtin wartet schon auf uns. Die Stabant Hütte wird auch das Schlösschen in den Bergen genannt, in Ergänzung zur 2,5 Stunden weiter bergauf und für uns unerreichbar gelegene Sajat Hütte, die das Schloss in den Bergene genannt wird.

Wir begnügen uns mit dem Schlösschen und dem typischen Almen Menu

Ich nehme die Salisicce die maiale affumicato con crauti e patate. Was sich im Laufe des Tages noch schwer rächen sollte. Die anderen waren schlauer mit ihren Canederli…

Zum Abschluss schenke ich euch wieder eine Schupfe. Ja, sie haben es mir angetan, warum auch immer.

Es wird vermutlich noch eine Nachlese geben, da ich bei weitem noch nicht Alles erzählt habe, was euch zum großen Teil vermutlich auch nicht wirklich interessieren würde. Jetzt werde ich aber zuerst mal die aller erste fast alkoholfrei Nacht in Angriff nehmen (ein halber Schnaps gegen das Kraut), da ich morgen zu den bereits gefahrenen 2008 km noch einige dazu kurbeln werde.

Danke fürs Lesen und die hilfreichen Kommentare

Reisetagebuch – Post pandemische Pfingsttage 13

Jetzt weiß ich gerade gar nicht, wo ich anfangen soll. Also am besten mit dem Riegel

Also der Riegel ist ein Berg der aller unterstern Kartegorie. Es ist der Hausberg über Hopfgarten.

Der Riegel hat für mich symbolische Bedeutung. Er ist kein Genussberg, so sagt man und man muss sich extrem steile Wiesenpfade hochkämpfen, um zunächst zum kleinen Riegel zu gelangen. Hat man das geschafft, ist der Aufstieg über die Felsen kein wirkliches Problem mehr, ausser dass man wieder herunter muss. Wenn es dann regnet, hat man schon fast verloren, denn ein Abrutschen kann man sich nicht erlauben, das würde fast immer tödlich enden. Als mein Vater 1972 zum ersten mal in dem Dorf war, hatte er diesen Berg bestiegen. Einige Jahre später nahm er auch mich mit. Zwischenzeitlich ist kaum überhaupt jemand auf diesen Berg gegangen. Vor Zwei Jahren dann, war es mir gelungen diesen Berg zusammen mit dem Freund meiner Schwester zu besteigen. Ich hatte damals vom Gipfel des Riegels ein Bild des benachbarten Stanzlings gemacht, den wir im Anschluß auch gleich mit bestiegen. Dieses Bild ist der Hintergrund meines Arbeitsrechners und ich sage mir jeden Tag, da muss ich nochmal hin.

Dieses Jahr hatte sich der Freund meiner Schwester bereit erklärt, an Frohnleichnam zu kommen und mit mir noch einmal hoch zugehen. Nicht erst mit dem Auto die halbe Höhe erschummeln, sondern vom Tal aus.

Mein Vater fragte dann, warum wir unbedingt auf den Riegel wollen und nicht auf den ´Regenstein, der auf der anderen Talseite durchaus einen attraktiveren Berg darstellt. Auch ein Berg minderer Kategorie, aber etwas höher und klassischer zu erreichen, nicht über haarige Wiesenhänge, sondern über solide Bergsteige. Also gut, ließ ich mich überreden. Der Regenstein wird zwar bestimmt jeden Tag mehrmals von Bergstiefeln betrampelt, während der Riegel nur alle paar Jahre einmal, aber es ist nichts destoweniger ein Berg und wert bestiegen zu werden. Deal. Zumindest bis der Wetterbericht für Frohnleichnam Regen für den Nachmittag meldete. Ich schrieb meiner Schwester, dass sich die weite Anfahrt nicht lohnen würde, bei Regen könnten wir eh nichts machen.

Heute morgen dann sah es aber gar nicht so schlecht aus, also dachte ich mir, ich könnte ja einfach alleine einen Teil des Weges gehen, nämlich über die Bloshütte zum Geigensee. Leider hätte dann aber mein Vater und mein Schwester festgesessen, da ich der eingefahrene Passfahrer bin, also strich ich meine Pläne und ging zunächst mit in den Gottesdienst. Das was eine Reise in einer Zeitkapsel. Alles noch fast genau so wie vor 40 Jahren.

Nicht zu laut drehen, oder Ohren zuhalten.

Damit wir doch etwas machen konnten, beschlossen wir danach auf die Speikbodenhütte bei St. Veit etwas weiter hinten im Tal zu fahrlaufen. Als wir in St. Veit ankamen war deren Prozession noch im Gange, die Kapelle spielte und die Schützen fummelten rum. Aber vor allem zogen richtig fette Wolken auf, so dass der Regen nur noch Minuten entfernt war. Mein Vater schlug dann vor, nach Lienz zum Tristacher See zu fahren, das kann man auch bei leichtem Regen ertragen. Gesagt getan…

Jo, der Tristacher See ist schön und es waren viele Wasserratten im Wasser, beim Stand up Paddling, Ruderboot fahren und Schwimmen. Wir flanierten um den See und genossen die Atmosphäre. Auf einer Bank beobachteten wir die Fische und die Muster, die der Wind auf die Wasseroberfläche zauberte.

Als wir auf der Bank Platz nahmen entdeckte ich einen blinden Passagier.

Nein, da haben wir uns nicht hingesetzt.

Danach fuhren wir nach Lienz zum Essen im Fisch, empfehlenswertes Restaurant mit moderaten Preisen und flanierten danach, durch die nicht sehr belebte Fußgängerzone.

Das Lienzer Schloss, das mittlerweile u.A. das Amtsgericht beheimatet.

Um drei Uhr waren wir wieder zurück auf unserer Basis. Da dachte ich verdammt, das Wetter sieht jetzt gut aus und es ist noch nicht zu spät. Ich ziehe meine Schuhe an und gehe zumindest nochmal auf die Bloshütte. Diesen Weg waren wir früher oft gegangen aber mittlerweile macht das niemand mehr. Es gibt ein Hüttentaxi, mit dem man hochfahren kann und kaum ein Tourist scheut sich die Almstraße hochzufahren. Das ist mir aber wurscht, für mich ist ein Berg oder eine Hütte oder sonstwas nur wirklich gefühlt bestiegen, wenn ich kein Auto dazu brauche.

So ziehe ich also alleine und ohne künstlichen Sauerstoff los, die Schwarzach entlang bis zu der Stelle, an der die Almstraße ihre Fahrt aufnimmt. Da steht ein Schild Bloshütte 2,5 Std.

Es geht diesen Hügel hoch und dann noch ein ganzes Stück nach hinten ins Tal bergauf.

Auf der anderen Seite lockt immer noch der Riegel…

Der Berg zeigt sein nacktes Gerippe.

Weiter hinten ist schon der Regenspitz zu sehen.

Ein merkwürdiger Weihnachtsbaum erscheint. Überhaupt gibt es sehr viel Arbeit mit toten Bäumen.

Das Bild des Waldes ist stellenweise erschreckend.

Etliche Almen säumen den Weg. Es sind teils Urlauber, die sie bevölkern, teils aber auch einheimische.

Der Weg ist ein Genuss.

Und so erblicke ich schon nach 1 3/4 Stunden die Bloshütte. Beim Ortsunkundigen aber sehr netten Hüttenwirt bestelle ich ein alkoholfreies Weizen. Logge mich in das WLAN ein und schaue, was es Neues gibt, um dann gleich wieder den Rückweg anzutreten.

Ich komme am kleinen Stausee des Zwenewald Karftwerkes vorbei.

Vom Stausee führt eine kleine Pipeline bis ins Tal.

Stellenweise eröffnen sich schöne Blicke ins Tal.

Über einen Abkürzungssteig bin ich schneller wieder im Tal als erwartet. Auf diesem Bild ist das Zwenewaldkraftwerk zu sehen, in dem die vom Berg kommende Pipeline eine Turbine antreibt. Diese Art der Energiegewinnung ist das beste was man sich vorstellen kann. Seit 1970 wird hier zu extrem geringen Betriebskosten, förmlich zum Nulltarif Strom erzeugt. Zero Emission, kein CO2 und keine Rohstoffverwendendung. Solange es noch Gletscher gibt, die die Gebirgsfüsse befüllen, kann diese geniale Art der Energieerzeugung weiter geführt werden.

Hier mündet der Zwendewaldbach in die Schwarzach, also das Wasser, das an der Pipeline vorbeifließt,

Jetzt ist es spät geworden und mein Beitrag viel länger als gut ist, deshalb schließe ich mit einem Raucherkunstwerk.

Reisetagebuch – Post pandemische Pfingsttage 12

Der Urlaub nähert sich langsam dem Ende. Wenn zwei Wochen auch zunächst lang erscheinen, sind sie spätestens in der Mitte der zweiten Woche gefühlt schon fast vorbei. Es gibt noch ein paar Ziele, die wir uns vornehmen können, aber es ist nicht alles möglich, entweder weil die Saison noch nicht begonnen hat, oder gerade Ruhetag ist. So war es heute bei der Stabanthütte (Virgental), die wir besuchen wollten und gerade rechtzeitig den Tipp vom Hausherrn bekommen haben, dass dort wohl der Mittwoch Ruhetag ist. Eine kurze Google suche bestätigte das. Aber kein Problem, es gibt auch in unserem Tal eine Alm, die es lohnt zu besuchen, die Trojer Jausenstaion. Wir müssen nur bis St. Jakob fahren und dort wieder engkehrig und zum Schluß grobschottrig eine einspurige Straße hochfahren zu einem Parkplatz. Wie durch ein Wunder kam uns wieder kein Auto entgegen. Wenn die eine Straßenseite scharf in den Abgrund abbricht ist es nicht so prickelnd hunderte von Metern rückwärts fahren zu müssen.

Vom Parkplatz aus ist der Weg mit 45 Minuten angegeben.

Die Kuhweiden sind teils richtig sumpfig, so dass die Hühner mangels Flügeln über die Leiter gehen müssen.

Bald schon kam das Ziel in Sicht.

Von der Sonnenterrasse aus können wir den Kühen beim Wassergrasen zuschauen.

Nach der Tiroler Speckknödelsuppe gab es ein dolce alla casa wie es auch im besten Restaurant nicht besser hätte sein können.

Bei Gehen verabschieden wir uns noch vom hauseigenen Minischwein…

…und machen noch einen Abstecher zur Osttiroler Wasserwelt in St. Jakob.

Auch hier geraten wir in den Ruhetag. Schon bei unserem letzten Besuch vor zwei Jahren konnten wir nicht in das Besucherzentrum. Heute war auch wieder nur bis 11:30 Uhr geöffnet. Aber das Außengelände konnte besichtigt werden.

Außer dem Thema Wasser wird die Geschichte der Schnabelmenschen erzählt, die in grauer Vorzeit im Defereggental lebten und den Bewohnern halfen, diese aber auch terrorisierten. Niemand durfte das Tal verlassen und bei Sonnenuntergang musste jeder zu Hause sein. Ein junger Bursche forderte die Schnabelmenschen heraus und behauptete, dass er seinen Hut weiter werfen könne, als die Schabelmenschen. Diese lachten ihn aus sagten er soll dann mal werfen. Er aber wollte, dass sie begannen und dann legten sie los und schleuderten die Hüte mit solcher Wucht durchs Tal, dass sie die Berggipfel abrasierten. Danach konnten die Bewohner ohne Probleme das Land verlassen. Die Skulptur oben stellt einen Jüngling dar, der versuchte auf einem Einbaum über die Schwarzach zu fliehen. Die Schnabelmenschen schickten aber ein Unwetter und so ertrank er in den Fluten.

Reisetagebuch – Post pandemische Pfingsttage 11

Heute erhielten wir eine Einladung von der Hauswirtstochter. Sie haben eine Alm im Grünalmtal. Außerdem haben sie ein Auto mit hohen Beinen und vier aktiven Füßen. Dabei ist auch Kira, mit ihren vier Füßen und dem wuschigen weißen Schwanz.

Die Fahrt die Almstraße hoch hat es in sich. Sie wurde zwar angeblich erst vor kurzer Zeit richtig gut hergerichtet, aber breiter wurde sie dadurch auch nicht. Wir konnten zwei Rosenkränze beten, bis wir endlich oben waren, dabei passierten wir zwei Stellen mit frischen Felsabgängen, die wir gerade so passieren konnten. Für die Einheimischen ist das aber täglich Brot. Die Partie wurde in zwei Fahrzeuge verteilt, fußwillige und Frischluftfanatiker. Die Fußwilligen fuhren von der Alm noch ein gutes Stück weiter hoch, über eine Straße die nicht kürzlich hergerichtet wurde. Ohne Allrad hätten wir da dumm durch die Wäsche geschaut. Seis drum, es hat sich gelohnt, denn dadurch haben wir uns einen gehörigen Anstieg von gespart, denn wir wollten noch auf den Rudnig. Der Rudnig ist ein Berg, den kaum einer kennt, weil er so wahnsinnig unspektakulär ist. Mit 2400 und etwas mehr Metern kein Riese, und außerdem von Fuß bis Gipfel auf zwei (bzw. vier) Füßen erreichbar.

Kira war Kundschafterin. Die Hauptgefahr waren dabei Kühe, denn Kühe und Hunde sind eine schlechte Paarung auf der Alm. Muttertiere wollen ihre Kälber vor den bösen Raubtieren schützen und haben so schon so manches Herr- und Frauchen samt ihrem Hund vom Berg geschupst. Kira ist zum Glück recht gut erzogen und bleibt bei gefährlicheren Stellen in unserer Nähe. Der Trick ist wohl, den Hund nicht anzuleinen, denn wenn es zu einer brenzligen Situation kommt, kann der Hund sich problemlos selbst in Sicherheit bringen und wir auch. An der Leine wären wir ein gemeinsames Ziel ohne Chance zu entkommen. So klappt es auch zum Glück ganz gut. Wir schaffen es die Kühe einigermaßen zu umgehen und Kira bleibt brav bei uns.

Hier beginnt der eigentliche Anstieg, oberhalb der Kuhweiden.

Stellenweise steil und leicht ausgesetzt steigen wir den Grat hoch. Es sind 650 Höhenmeter zu bewältigen.

Logisch, dass Kira auch die erste auf dem Gipfel war.

Ein Berg ist ein Berg und zwar das was man erreicht wenn man so lange bergauf geht, bis es nicht mehr weiter geht. Dabei ist es ganz egal, wie man hoch kam oder wie spektakulär der Gipfelaufbau sein mag. Es ist ein erhebendes Gefühl oben zu stehen und die Welt zu beschauen.

Der Rudnik, unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 2022. Dies sind die Abenteuer einer Gruppe deutscher Landesflüchtlinge, die auf dem Weg sind, fremde Länder zu erforschen und Freundschaft mit fremden Lebewesen zu schließen. Bis jetzt ist uns das alles ganz gut gelungen. Das ist übrigens der große Glockner mit einem Gletscher von hier bis dort, also unermesslich groß, dabei ist der Zwerg noch nicht einmal 4000 m hoch. Trotzdem ist die Besteigung kein Zuckerschlecken und für uns heute nicht mehr möglich.

Der Blick reicht vom Hochgall über den Großvenediger zum Großglockner bis nach Kärnten.

Auf dem Rückweg ziehen wir ein Schleife über den Nassfeldsee…

und seinen Supmfgürtel

Und das Spitzeck, auch ein Berg, aber etwas niedriger.

Zum Abschluß gibt es auf der Alm ein endemisches Bier mit hausgemachter Käsekreiner und Semmel, sowie Kaffee und Kuchen zum Nachtisch. Dabei konnten wir sogar das WLAN von der Nachbaralm anzapfen (die gehört den Schwiegerleuten).

Reisetagebuch – Post pandemische Pfingsttage 10

Der 10. Tag ist wieder vom Wetter geprägt. Es sollte mehr Regen als Sonne geben. Deshalb beschließen wir wieder in den Talschluß zu fahren, um unseren Vorstoß weiter bis zu den Jagdhäusern zu treiben.

Aber zunächst hatte uns der Freund meiner Schwester gestern einen Schrecken eingejagt. Die Rotte von Adlern, die vor einigen Tagen am Bösen Weibele um unsere Köpfe kreisten, waren gar keine Adler, sondern Bartgeyer. Gut, dass wir das nicht wussten, sonst wären wir nicht so unbeschwert unseres Weges gegangen.

Jetzt aber wieder zurück zum heutigen Tag.

Wir fahren wieder an Baustellen und Hubschrauberengstellen vorbei bis zur neuen Alpe Oberhaus und stellen dort das Auto ab, weiter darf man ohnehin nicht fahren.

Wir kommen also in die Außenzone der Zivilisation, die noch vor 50 Jahren kaum ein Mensch von Außerhalb der Zone betreten hatte. In der Zone gibt es Almen, die schon seit 400 Jahren von der italienischen Seite aus bewirtschaftet werden. Jedes Jahr trieben die südtiroler Hirten ihr Vieh vom Arntal aus über das Klamm Joch ins Arven- und Defereggental. Heute passiert das mit Autos und Viehanhängern. Hier liegt die Talsohle schon auf 1800 m. Das wirkt sich auf die Botanik aus, die dort ums Überleben kämpft.

Endemisch ist hier die Zirbe. Ein besonderer Baum, dem viele Wunderwirkungen nachgesagt werden. Als besondere Eigenschaft und Erkennungsmerkmal tragen sie in ihren Trieben fünf Nadeln. Das Harz hat einen sehr würzigen guten Geruch und Möbeln aus Zirbenholz wird eine ruheausstrahlende Wirkung nachgesagt. Richtig lecker ist der Zirbenschnaps.

So ziehen wir los, durch die Zirbenwälder.

Drei Schwestern aus dem Zirbenkindergarten.

Der Wald hat etwas von einem japanischen Geistergarten, mit den ganzen Flechten und knorrigen Ästen.

Sie wachsen an allem möglichen und unmöglichen Stellen.

Der Wald öffnet sich mit zunehmender Höhe zu offenem Weideland hin. Hier die Fleischbachspitze vor einem Meer von Frühlingsblumen.

Es gibt sehr lange Trockensteinmauern, bei denen ich mich fragte, welche Außerirdische hier den Hirten geholfen haben mögen.

Mein Vater klärte mich dann aber auf. Die Hirten haben wohl die Steine von der Weide aufgesammelt und damit die Mauern gebaut, dadurch konnten sie die Weide mähen und das Vieh hatte es leichter. Sie hatten ja immer den ganzen Sommer über Zeit. Das erscheint mir plausibel. Dennoch, viele Steine sind so groß, dass selbst zwei Mann sie unmöglich transportieren konnten.

Wir kommen an die Stelle, an der die Schwarzach sich mit dem Arvenbach trifft und in ihr Mündungstal abbgiegt.

Wir folgen dem Arvenbach weiter.

Dieser hat einen richtige Canyon in den Felsen geschnitten.

Von der Vereinigung der beiden Flüsse bis zum klein Tibet Osttirols war es dann nicht mehr weit. Die Jagdhäuser sind zusammen mit der Seebachalpe die Hauptalmansiedlungen in diesem Gebiet.

Die Hütten werden erst ab Ende Juni bis Oktober bewirtschaftet, da es hier auch immer wieder zu späten Rückfällen des Winters kommen kann.

Noch ist alles verriegelt und verrammelt.

Deshalb verzehren wir unseren selbst mitgebrachten Proviant auf der Terrasse des einzigen “Gasthauses”.

Die Kirche hatte aber geöffnet.

Die Bänke sind so eng, dass man nur sitzknien kann.

Auf dem Rückweg kommen wir an der Seebachalpe vorbei. Dort wird die Bewirtschaftung gerade vorbereitet.

Das Vieh ist schon im Stall und wartet auf die Entlassung auf die Weiden.

An der Alm sind Graffiti, denen man entnehmen kann, wie lange es sie schon gibt.

Zum Abschluß ein bewundernswertes Kunstwerk der Natur.

Reisetagebuch – Post pandemische Pfingsttage 9

Heute war ein ereignisarmer Tag. Meine kleine Schwester kam wieder mit ihrem Freund vom Chiemsee angebraust und wir beschlossen ins Mölltal zu fahren. Dort gibt es einen Schrägaufzug (Cablecar), der uns in eine beachtliche Höhe katapultiert.

Dabei gibt es einen Intelligenztest

Ziel ist Poldis Jausenstation, ca. 1 Stunden weiter bergauf. Der Weg ist ein Küchenphilosophenweg. Oben ist eine Auswahl von Sinnsprüchen.

Wir verlassen die Baumgrenze.

Und kommen schließlich an. An einem Nebenschuppen ist eine Baumchronologie angebracht. Um die Bauscheibe einer 235 Jahre alten Lärche sind die Ereignisse aufgelistet, die sie erlebt hat. Geboren wurde sie zur Zeit Maria Theresias, dann erlebte sie ihren Sohn Josef den II., den Reformer, dann die französische Revolution und Napoleon Bonaparte, die Österreichische Oktoberrevolution 1848, den ersten und den zweiten Weltkrieg und den Jahundertstrum Paula im Jahr 2008.

Wir speisen gut, ich hatte Hirschgulasch mit Spätzle und ein Holunderwasser.

Danach steigen wir noch ein bisschen weiter zu einem Aussichtspunkt. Von dem aus konnte man bis zum Millstädter See schauen.

Auch hier darf ein Bild von einer Schupfe nicht fehlen, die schon bessere Tage gesehen hat.

Reisetagebuch – Post pandemische Pfingsttage 8

Vor ca. 660 Jahren fand ein Hirtenjunge eine Marienstatue unter einem Busch auf dem Luschariberg. Es begann eine lange sehr wechselvolle Entwicklung des Wallfahrtsortes Monte Lussari. Erst mit dem Bau der Seilbahn in den 1960er Jahren begann die eigentliche Blüte des Lusariberges. Er liegt im Dreiländereck Österreich/Slowenien/Italien. Auf dem Berg gibt es eine Wallfahrtskirche, Nippesläden und Restaurants. Es ist meinem Vater immer ein Anliegen nach Möglichkeit einmal während seines Osttirolurlaubs dorthin zu fahren und eine Messe für meine bereits verstorbene Mutter lesen zu lassen. Auch dieses Jahr planten wir diese Wallfahrt, wobei die Betonung auf Fahrt liegt, denn es sind einige Kilometer zu bewältigen. Gestern hatte ich noch auf der Webseite der Seilbahngesellschaft geschaut und erfahren, daß diese geöffnet habe und zwar von Juni bis Oktober. Mit leichtem Gepäck machten wir uns auf den Weg. Aus Tirol heraus durch Kärnten hindurch, bis in die Region Friaul. Mit einem missed aproach finden wir den Parkplatz des Funikulars nur bost sich dort der folgende Anblick:

Zunächst dachten wir es hätte sich ein Unfall ereignet, aber dann bemerkten wir die Lässigkeit der Teilnehmer dieser Bergungsübung.

Erst danach sahen wir auch das Leuchtlaufband neben dem unbesetzten Ticketschalter. Danach öffnet die Bahn am 18. und 19. Juni und ab dem 24. Juni dann durchgehend.

All die Kilometer umsonst zurück gelegt. Aber es half alles nichts, unverrichteter Dinge traten wir die Rückfahrt an, nicht wie die Hinfahrt über Tarvisio und Hermagor, sondern weiter Richtung Udine bis zum Nassfeldpass. Als wir das letzte Mal am Lussari waren, wollten wir auch so zurück fahren, fanden den Pass aber gesperrt und sind dann noch viel weiter in den Süden gefahren, um schließlich über den Plöckenpass wieder ins Gailtal zu gelangen. Dieses Jahr machten wir einen erneuten Versuch, um abermals feststellen zu müssen, dass der Pass gesperrt war. Ungläubig hielt ich erst mal am Straßenrand an. Es kamen zwei Motorradfahrer, die kurz vor dem gesperrt Schild anhielten und dann einfach losfuhren, die Passstraße hoch. Dann kam ein weiteres deutsches Auto, hielt vor dem gesperrt Schild und fuhr dann auch los. Da sagte ich, was die können kann ich auch und gab Gas. Wir fuhren Kehre um Kehre schlechter Straße. Es kamen zwei Motorradfahrer entgegen, entweder waren es die von vorhin, was nicht gut wäre oder es waren andere, was wiederum gut wäre. Ich fuhr also weiter, bis ich hinter dem Deutschen Auto anhalten musste, das hinter den Motorradfahrern angehalten hatte. Diese wiederum standen vor eine halbstraßigen Barriere mit einem weiteren eindrücklicheren Einfahrt verboten Schild. Unschlüssig stieg ich aus. Da kam ein kleiner Italiener von oben herunter gerollt. Ein fragender Blick durch die Seitenscheibe wurde mit einem Thumbs up beantwortet. Also weiter ging’s und endlich kamen wir auch an die Schlüsselstelle, die wir nur einspurig passieren konnten, weil auf der anderen Spur Baugerät stand (zum Glück war Wochenende). Wir hatten es geschafft, und kamen nach dem Passieren zweier weiterer Barrieren auf der Bergseite zum Pass.

Jetzt war klar, warum der Pass Nassfeldpass heißt.

Auf dem Pass gibt es auch eine Kirche, so dass wir ein paar Gebete für meine Mutter und meinen Schwiegervater anbringen konnten.

Der Pass selbst ist gewaltig in Entwicklung.

Es gibt dort sogar einen Berghof, was Karl Castorp doch sehr gefreut hat.

Der Weg von der Kirche läßt schon erahnen, wo hier der Hase lang läuft

Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun…

Und für die Arbeiter gibt es die klassische Klassengesellschaft

Nachdem wir noch eine Reihe anderer Pässe überwunden hatten und auf einem kurz einkehrten, kamen wir wieder ins Iseltal nach Lienz.

So waren wir fast fünf Stunden im Auto, haben einiges gesehen und erlebt, aber ein Gefühl des nicht erreicht habens was man wollte, bleibt trotzdem. Dafür gönnen wir uns heute Abend ein Essen im Kohlplatzel.

Reisetagebuch – Post pandemische Pfingsttage 7

Der verflixte siebente Tag. Heute stand wieder eine lange Autofahrt an. Wir haben geplant zur Voklzeiner Hütte zu laufen. Dieses ist genau auf der anderen Seite dieses Berges:

Bild aus meinem Schlafzimmerfenster

Leider dauert der Fußmarsch über 8 Stunden, wenn man stramm läuft. Es gibt aber auch eine Anfahrt zur Hütte aus dem Villgratental im Pustertal. Der Plan war, wieder einmal aus dem Tal heraus zu fahren, die Isel entlang nach Lienz und rechts ins Pustertal, wie bei der Fahrt zum Bösen Weibele, nur noch ein Stück weiter und dann das Villgratental hoch ins Winkeltal. Aber der Kofferraumdeckel will nicht mehr schließen. Alle Versuche ihn zu überreden schlugen fehl. Ich machte eine Probefahrt und außer einem permanenten Ping, wie beim Flugzeug, wenn das System “Ground warning” meldet, schien es keine ernsten Probleme zu geben. Deshalb entschieden wir uns nach Lienz zu VW zu fahren. Die Fahrt über die Nebenstrecke verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Der nette Monteur informierte sich, ob er ein passendes Ersatzteil hat, das er “reinquetschen” konnte. Er hatte, also hatten wir eine Stunde Verweilzeit.

Zum Glück gibt es auch Kneipen, die schon am Morgen frequentiert sind.

Gegenüber der Straße neben dem Mac Burger stand ein einsamer alter Mann mit einem Ballon in der Hand…

Mit einigen Stunden Verspätung konnte die Hüttensafari dann doch beginnen. Es war selbstredend wieder eine lange Fahrt über eine zunächst befestigte und dann naturbelassene Piste. Wir parkten das Auto auf halber Strecke am Straßenrand und stiegen von da die Fahrstraße entlang zur Hütte hoch.

Überall Heuschober im Butterblumenmeer

Aber auch Alpendrollblumen wuchsen dazwischen.

Schon bald kam die Hütte in Sicht

Wieder einmal gut gegessen, Wildsuppe, Hausmakkaroni mit Speck und ein Hollunderwasser. Herz was brauchst du mehr…

Good times are those that are good

Reisetagebuch – Post pandemische Pfingsttage 6

Der Wetterbericht hatte für heute für ganz Österreich, ja die ganze Welt, Urbi et Orbi mehr oder weniger starken Regen vorausgesagt. Ich hatte mich schon ein bisschen gefreut, dass ich endlich mal wieder die Gelegenheit hätte mit Säntis weiterzukommen. Ein Erlebnis am Morgen hatte diese Hoffnung noch bestärkt. Papa war dabei sich fertig zu machen, während ich so eben aus dem Bett kroch. Er sagte: “Regnet es? Es hört sich so an”. Ich hörte auch etwas, das sich aber nicht nach Regen anhörte. Ich öffnete das Fenster und da hörte ich es, als würde eine ganze Brigade Mülltonnen ohne Rollen über eine Asphaltstraße ziehen. Ich konnte es überhaupt nicht einordnen, bis ich Bewegung am Berg gegenüber wahrnahm. Da rollte doch in seliger Ruhe ein Stein den Berg herunter und blieb dann wie aus Langeweile wieder am Berg liegen (Siehe Bild unten). Es folgten noch ein paar kleinere Steine und dann war Ruhe.

Bis ich dann fertig war und zum Frühstück ging, war der Plan bereits gefasst. Ruhetag war gestrichen. Wir fahren an den Talschluß zur Patschhütte und laufen dann ein Stück.

Tatsächlich hatte vermutlich jemand eine Dose parapluie über das Tal gesprüht. Von Regen war jedenfalls nichts zu sehen, fühlen oder hören.

Die umliegenden Berge hatten über Nacht einen Capo Bianco bekommen, wie hier der Hochschober, der bei der Ankunft nackt wie ein Baby war. In früheren Jahren war er das ganze Jahr über schneebedeckt.

Wir stiegen also wieder in das Auto und fuhren nach hinten. Gegenwärtig wird im Tal Holz vom Berg geschafft, das durch sterbende Bäume entstanden war. Dazu werden nicht wie in alten Zeiten Rückerpferde verwendet, sondern Hubschrauber, die extra aus der Schweiz importiert worden waren. Dazu werden immer wieder Strecken der Straße nach hinten gesperrt.

Stück für Stück kamen wir dann zur Mautstraße, die noch keine Maut kostet und fuhren zum Parkplatz an der Patscher Hütte.

Über diese Wanderung hatte ich vor einigen Jahren schon einmal berichtet, deshalb hoffe, ich, dass ich mich nicht zu sehr wiederhole, wenn ich sage, dass die Landschaft fast bei jedem Wetter zauberhaft ist. Jetzt hat es nämlich tatsächlich doch angefangen, ein bisschen zu regnen. Fast würde man erwarten, dass ein Grizzly aus dem Dickicht kommt und auf Lachsjagd geht.

Almhütten, die immer noch genutzt werden säumen die Strecke

Und hier blühen sogar schon die Alpenrosen

Don Vecchio bekomm die große Alpenrose für besondere Verdienste am Berg, an sein Hutband gesteckt

Don Esperanza bekommt für permanente Abwesenheit des Geistes bei gleichzeitiger Wahrnehmung des Besonderen die kleine Alpenrose an sein Rucksackgurt gesteckt. Er hatte in seiner Abwesenheit natürlich seinen Hut vergessen.

Ja, Kühe hat’s hier auch einige

Der Pfad mutierte stellenweise zur Wasserstraße

Darüber hinaus gab es auch Flußüberquerungen trockenen Fußes zu meistern

Deep in the jungle where nobody goes, lives a big fat gorilla picking his nose. He pcks it and he flics it to see where it goes. Who’s gona get that, who’s gona get that, whose gona get that slimy snot…

Stellenweise war der Steg in die Tiefe verschwunden und wir mussten steilrutschig umgehen

Sag wo nimmt dieser wackere Baum seine Kraft her?

Der gelbe Enzian. Aus diesem wird der Enzian Schnaps gebrannt. Er blüht aber erst später

Auf der anderen Seite der Schwarzach kommt unser Etappenziel, die neue Alpe Oberhaus zum Vorschein

Dort überqueren wir die Schwarzach und laufen dann teils den Fahrweg, teils einen Steig wieder zurück zur Patschhütte

Diese kommt dann auch schon bald zum Vorschein. Wir gehen wieder über eine Bücke und kehren ein

Als Hanni uns sah, war die Begrüßung wieder äußerst herzlich. Sie brachte direkt Zirbenschnaps vorbei. Ich hatte bei meiner letzten Reise mit meinem Vater schon über Hanni berichtet. Es ist die Enkelin der ehemaligen Pächterin, die mein Vater schon vor 50 Jahren kennen gelernt hatte. Damals gab es viel zu erzählen. Wenn wir jetzt kommen, freut sie sich immer und setzt sich an unseren Tisch.

Und jetzt noch die Kunst im Auge des Betrachters, so wie sie mir gefällt